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Gute Nachrichten Mai-Juni 2011

Gute Nachrichten Mai-Juni 2011

Gute Nachrichten

© 2011 Gute Nachrichten

Shakespir Edition

[* License Notes: *]

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Inhaltsseite

Eine Frage der Konsequenz

Die Bibel – das Wunder der Wunder!

Was war die Botschaft Jesu Christi?

Europas kommende religiöse Wiedererweckung

Eine religiöse Wiedererweckung mit katastrophalen Folgen

Amerikas Schuldenberg wächst – welche Bedeutung hat das für uns?

Wer wir sind

Eine Frage der Konsequenz

Von der Redaktion

Was ist glaubwürdiger: der Text von Homers Ilias oder der Text des Neuen Testamentes? Mancher Leser unserer Zeitschrift erkennt auf den ersten Blick keinen Grund für die Fragestellung. Uns geht es um die Konsequenz bei der Untersuchung altertümlicher Texte und der Voreingenommenheit vieler Forscher gegenüber der Bibel.

Die Ilias steht auf den Lehrplänen vieler deutscher Gymnasien. Deutsche Schüler sollen dieses klassische Werk des Abendlandes kennenlernen. Doch ist die Ilias in der Form, wie sie uns heute vorliegt, wirklich der Text von einst, den Homer geschrieben oder zumindest zusammengetragen haben soll?

Die Ilias soll um ca. 700 v. Chr. entstanden sein. Es gibt nur einige hundert altertümliche Texte der Ilias, von denen die ältesten Papyrusfragmente aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammen, also fast eintausend Jahre nach der Entstehung dieses Werkes. Das älteste Manuskript gar, das die ganze Ilias enthält, datiert aus dem 10. Jahrhundert n. Chr. Doch die Forscher sind von der Authentizität der Texte überzeugt.

Im Gegensatz dazu ist die Fülle der Textzeugnisse beim Neuen Testament überwältigend. Es existieren nämlich mehr als 5000 Manuskripte, die das Neue Testament ganz oder teilweise enthalten. Darunter befinden sich das ganze Neue Testament innerhalb von 200 Jahren nach seiner Entstehungszeit und bedeutende Teile des Neuen Testaments aus der Zeit um 200 n. Chr. Dazu gehört ein kleines Stück eines Papyrusbogens, das in der „John Rylands“-Bibliothek in Manchester (England) aufbewahrt wird. Das Bruchstück enthält Teile des Johannesevangeliums und wurde nach Meinung der Experten vor 150 n. Chr. geschrieben.

Geht man davon aus, dass der letzte Teil des Neuen Testaments Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. geschrieben wurde, dann ist das Textstück aus Johannes keine fünfzig Jahre vom Original entfernt! Dazu schrieb Sir Frederic Kenyon, Direktor des Britischen Museums: „Die Zeitspanne zwischen der Datierung der ursprünglichen Texte und der frühesten erhaltenen Belege ist so klein, dass sie vernachlässigt werden kann, womit uns die letzte Grundlage für jeden Zweifel daran entzogen ist, dass der Text der Heiligen Schrift im Wesentlichen genauso überliefert wurde, wie er ursprünglich lautete“ (F. Kenyon, The Bible and Archaeology, 1940, Seite 288-289).

F. F. Bruce, ehemaliger Professor für Exegese an der Universität von Manchester, schrieb über die textliche Bezeugung des Neuen Testaments im Vergleich zu anderen klassischen Werken: „Wir haben viel mehr Unterlagen für die neutestamentlichen Schriften als für die meisten Schriften klassischer Autoren, deren Echtheit anzuzweifeln niemandem einfallen würde. Wäre das Neue Testament eine Sammlung von weltlichen Schriften, so wäre seine Echtheit im Allgemeinen über alle Zweifel hoch erhaben.“

Die spärliche Authentizität der Ilias reicht aus, um sie als Unterrichtsstoff behandeln zu lassen. Das Neue Testament hingegen mit einer erdrückenden Anzahl von Textzeugnissen ist Angriffen auf die Zuverlässigkeit seiner Überlieferung ausgesetzt. Unser Fazit: Die unterschiedliche Behandlung zeugt von einer Voreingenommenheit gegen die Heilige Schrift.

Die Bibel – das Wunder der Wunder!

Die seit über 475 Jahren gebräuchliche deutsche Übersetzung der Bibel, die Lutherbibel, hat Generationen von Menschen im deutschsprachigen Raum geprägt. Das Jahr 2011 erinnert englischsprachige Christen an ein ähnlich wichtiges Werk, die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Englische, die vor genau 400 Jahren als die „King James“-Bibel vorgestellt wurde.

Von Don Hooser

Die Bibel hat der Welt einen wahrscheinlich größeren Impuls gegeben als alle anderen Bücher zusammengenommen. Ihre Geschichte ist faszinierend und erstaunt immer wieder. Viele Entwicklungsetappen waren notwendig, um sie zu produzieren, zu bewahren und zu verbreiten.

Das Buch der Bücher – wie sie von manchen genannt wird – wurde in mehr Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet als jedes andere jemals erschienene Buch auf dieser Erde. Wie kam es dazu? Das war nur durch viele Wunder möglich!

Was bezeichnen wir als Wunder?

Viele Wunder sind nicht sofort offensichtlich und spektakulär. Selten sind sie mit einem „Feuerwerk“ verbunden, womit sie allen bekannt werden. Gott arbeitet oft im Verborgenen und hinter den Kulissen, indem er die Ereignisse so steuert, dass sie sein vorbestimmtes Ziel erreichen – oft in einer überraschenden Art und Weise.

Der Schöpfer und Gesetzgeber bricht nie seine Gesetze, doch Gott bewirkt häufig Dinge, die übernatürlicher Natur sind und damit außerhalb der normalen Funktionen des Universums liegen. Manchmal greift Gott auch in die menschlichen Angelegenheiten ein. Auch wenn er hier innerhalb seiner Gesetze arbeitet, bezeichnen wir das als übernatürlich.

Obwohl Gott seine gesamte Schöpfung lenkt, ist es erstaunlich, wie viel Freiheit er der menschlichen Rasse gegeben hat. Er möchte nicht, dass wir seine Marionetten sind. Sein Wort spricht zu uns: „Die prophetisch Begabten werden von ihren Eingebungen nicht überwältigt, sondern haben es selbst in der Hand, wann und wie sie sie weitergeben“ (1. Korinther 14,32; Gute Nachricht Bibel; alle Hervorhebungen durch uns). Wie Gott die Freiheit der Wahl erlaubt und gleichzeitig sein vorbestimmtes Ziel erreicht, ist etwas, das wir nie voll verstehen werden.

Das Wunder göttlicher Offenbarung

Gott schuf „den Menschen als sein Ebenbild“ (1. Mose 1,27; „Hoffnung für alle“-Übersetzung) und legte damit den „Schlussstein“ seiner Schöpfung. Gott gab dem Menschen erstaunliche mentale und geistliche Fähigkeiten, einschließlich der Befähigung, Sprachen zu erlernen. Gottes Absicht ist es, mit jedem einzelnen Menschen eine persönliche Beziehung herzustellen.

Mit der Schöpfung von Adam und Eva begann Gott auch Schritt für Schritt seinen Plan und seine Absichten der Menschheit „durch den Mund seiner heiligen Propheten“ (Lukas 1,70) mitzuteilen. „Die Propheten sind vom Geist Gottes ergriffen worden und haben verkündet, was Gott ihnen aufgetragen hatte“ (2. Petrus 1,21; Gute Nachricht Bibel).

Die Zehn Gebote besitzen diesbezüglich eine herausragende Stellung in Gottes Offenbarung, da er sie nicht nur mündlich bekanntgab, sondern sie mit eigenen Händen in Tafeln aus Stein meißelte (2. Mose 24,12; 31,18; 34,1. 28). Doch Gott befahl Mose, dass er die anderen ihm übergebenen Offenbarungen selbst aufschreiben sollte (2. Mose 17,14; 34,27).

Im großen Rahmen gesehen ist Gott der Autor der gesamten Bibel. Er hat aber viele menschliche Autoren eingesetzt, um seine Offenbarung aufzuschreiben. Insgesamt sind es ungefähr 40 Autoren.

Die Erkenntnis, dass der allmächtige Gott seine Pläne uns menschlichen Wesen mitteilt, ist unglaublich inspirierend und eine große Ehre für uns! Es ist in der Tat so, dass Gott seinen Propheten und Aposteln einige wichtige Informationen offenbart hat, die sogar seinen Engeln nicht bekannt waren (Epheser 3,1-12; Kolosser 1,24-26; 1.  Petrus 1,10-12).

Mit der Vollendung der Bibel hat Gott der Menschheit alles geistliche Wissen gegeben, das für die Menschheit von Bedeutung ist.

Das Wunder der Abgeschlossenheit und Perfektion

Im gewissen Sinn ist die Bibel eine Bibliothek, die durch ungefähr 40 Autoren mit den unterschiedlichsten Charakteren geschaffen wurde. Sie stammten aus unterschiedlichen Kulturen und Berufen und lebten zu unterschiedlichen Zeiten in zehn verschiedenen Ländern über einen Zeitraum von ungefähr 1500 Jahren. Unter diesen Umständen würde man erwarten, dass die Bibel zwangsläufig zahllose Widersprüche und Ungereimtheiten enthalten muss.

Das ist jedoch – Wunder aller Wunder – nicht der Fall! Die Bibel ist trotz ihrer großen Mannigfaltigkeit eine perfekte Einheit. Sie ist durchweg, von 1. Mose 1 bis Offenbarung 22, beständig und schlüssig. Wenn auch beim oberflächlichen Durchlesen einige wenige interne Widersprüche und Diskrepanzen zutage treten, so zeigt ein tieferes Studium ihre vollständige Harmonie. Jesus Christus selbst brachte es auf den Punkt: „Die Schrift kann … nicht gebrochen werden“ (Johannes 10,35).

Wenn das, rein menschlich gesehen, völlig unmöglich ist, so sind aber „bei Gott … alle Dinge möglich“ (Matthäus 19,26).

Das Wunder der biblischen Sprachen

Die Sprache des Menschen ist erstaunlich. Niemand kann vollständig erklären, wie menschliche Wesen in der Lage sind, Sprachen zu erlernen und zu sprechen.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Wenn Gott beabsichtigt, dass jeder die Bibel in die Hand bekommt bzw. auch Zugang zu ihr findet, in welcher Sprache soll er sie dann aufzeichnen lassen?

Die Schriften, die wir als das Alte Testament bezeichnen, wurden bis auf wenige Ausnahmen in Hebräisch verfasst. Wenige Textabschnitte wurden in Aramäisch geschrieben (das betrifft Esra 4,8 – 6,18; 7,12-26; Jeremia 10,11 und Daniel 2,4-7. 28). Die Schriften des Neuen Testaments wurden in Griechisch verfasst.

Warum verwendet Gott für lange Zeit das Hebräische und wechselt dann zur griechischen Sprache? Eine sichere Antwort werden wir erst bei der Wiederkehr Jesu Christi erhalten, aber viele Gelehrte der Bibel haben darüber spekuliert. Ihre Antworten sind eine nähere Betrachtung wert, denn wir wissen, dass Gott nichts dem Zufall überlässt. Jede Sprache hat ihre speziellen Stärken, und Gott hatte gute Gründe für das, was er tat.

Ein entscheidender Punkt ist, dass sich Gott in der Zeit des Alten Testaments vorwiegend mit einer Nation befasste, mit Israel. Das Volk Israel hatte er als Vorbildnation „erwählt“ (obwohl es in dieser Rolle vollständig versagte). Das Hebräische war Israels Nationalsprache.

In der Zeit des Neuen Testaments sah Gott die Zeit für gekommen, dass seine Wahrheit alle Welt erfahren sollte. Nach den Eroberungen von Alexander dem Großen wurde die griechische Sprache (insbesondere das Koine-Griechisch als Umgangssprache) in der damals bekannten zivilisierten Welt schnell zur Universalsprache. Das wiederum ermöglichte es den Nachfolgern Christi, seinen Auftrag zu erfüllen: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“ (Markus 16,15). Die Bedeutung dieses Faktors kann nicht überbewertet werden.

Das Wunder der Übersetzungen

Gott hat vorgesehen, dass sein Wort von allen Völkern der Erde gelesen werden kann. Das setzt voraus, dass es auch in die Sprachen der Völker dieser Welt übersetzt wird.

In Nehemia 8, Vers 8 wird berichtet, wie das versammelte Volk von Juda unterrichtet wurde: „Und sie gaben eine mündliche Übersetzung des Gesetzes und erklärten es den Leuten so, dass sie es verstehen konnten“ (Gute Nachricht Bibel). Den Versammelten wurden die hebräischen Schriften somit für diejenigen übersetzt, die aus der babylonischen Gefangenschaft gekommen waren und das Hebräische nicht gut verstanden.

Das ist ein herausragendes Beispiel für die Übersetzung der Bibel in andere Sprachen. Später wurden die hebräischen Schriften durch eine Gruppe von Gelehrten im ägyptischen Alexandria ins Griechische übersetzt. Diese als die Septuaginta bekannt gewordene Übersetzung war die allgemein gebräuchliche Version des Alten Testaments in der Zeit Jesu. Als die Apostel das niederschrieben, was wir heute als das Neue Testament bezeichnen, zitierten sie oft die hebräischen Schriften aus dieser griechischen Übersetzung.

So weit man den historischen Aufzeichnungen entnehmen kann, war die erste vollständig übersetzte Bibel – das Alte und das Neue Testament – die von Hieronymus verfasste lateinische versio vulgata (allgemeine Version), die heute als Vulgata-Bibel bezeichnet wird und im Jahr 405 n. Chr. fertiggestellt wurde. Danach war sie eintausend Jahre lang die vorherrschende Bibelübersetzung.

Doch die damals dominante christliche Geistlichkeit wollte die Menschen kontrollieren und beherrschen. Sie hatte daher kein Interesse daran, dass die Bibel von der Allgemeinheit gelesen und in Besitz genommen wurde. Das trug mit dazu bei, dass das Mittelalter zum „finsteren Mittelalter“ wurde, da fehlendes Bibelwissen im Volk gewöhnlich bewirkt, keine Motivation zur Erlangung anderen Wissens hervorzubringen.

Während des Mittelalters wurde die Bibel mehr als verehrungswürdiges Objekt betrachtet als ein Buch, das zum Lesen bestimmt ist. Das Lateinische wurde als „heilige“ Sprache gepriesen. Das Hebräische wurde verhöhnt als die Sprache der Juden, und das Griechische wurde missbilligt, weil sich die griechisch sprechenden Ostkirchen von der römischen Kirche getrennt hatten.

Zum Glück erkannten religiöse Juden, dass ihnen „anvertraut [ist], was Gott geredet hat“ (Römer 3,2). Sie kopierten die hebräischen Schriften akribisch und bewahrten sie, während die griechisch sprechenden Christen dies mit den griechischen Schriften taten.

Als das byzantinische Reich von den Moslems erobert wurde (den Höhepunkt stellte 1453 die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen dar), flohen viele griechischsprachige Menschen in Richtung Westen. Dies trug zur europäischen Renaissance bei und zu einem wiedererwachten Interesse am Griechischen, einschließlich an den griechischen Schriften und ihren Übersetzungen in andere Sprachen.

Mit der protestantischen Reformation auf dem europäischen Festland und dem Ausscheiden Englands aus der römisch-katholischen Kirche gab es neue Bibelübersetzungen, die sich rasch unter dem Volk verbreiteten. Zu den ersten dieser Übersetzungen gehörte die Bibel in deutscher Sprache von Martin Luther, die 1534 erstmalig erschien. Mit seiner Übersetzung trug Luther gleichzeitig zur Ausbildung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache bei.

Die Luther-Übersetzung der Bibel gehört damit seit über 475 Jahren zur deutschen Nationalliteratur. „Viele Sätze sind in der melodischen, kraftvollen, sprachgewaltigen Gestaltung, die ihr der Reformator gegeben hat, in den Sprachschatz, ins Gedächtnis und in das Glaubensleben von Generationen eingegangen“ (Vorwort zur Lutherbibel, 1984).

Einen ähnlichen Einfluss hatten die Übersetzungen der Bibel auf die Entwicklung der englischen Sprache, besonders die „King James“-Bibel des Jahres 1611: „Wer keine Bibelkenntnisse mitbringt, gilt in der englischsprachigen Welt als ungebildet“ (E. D. Hirsch, Joseph F. Kett und James Trefil, The Dictionary of Cultural Literacy, Houghton Mifflin Co., Boston, 1988, Seite 1). Das hat zur Folge, dass auch in englischsprachigen Ländern, in denen andere Religionen als das Christentum dominieren, gewisse biblische Redewendungen zum sprachlichen Rüstzeug des gebildeten Bürgers gehören.

In Indien können z. B. Menschen, die keine Christen sind, die Verkehrssprache Englisch innerhalb ihres eigenen Landes nur dann richtig verstehen, wenn sie bestimmte biblische Sinnbilder kennen. „Auch jeder gebildete Westeuropäer muss verstehen, was gemeint ist, wenn von einem Kampf zwischen einem David und Goliat oder von ,salomonischer Weisheit‘ die Rede ist“ (ebenda).

An dieser Stelle soll eine wichtige Feststellung getroffen werden: Es gab und gibt immer Menschen, die eine Sprache als heiliger betrachten als die anderen. So gibt es z. B. Menschen, die dafür plädieren, dass wir nur die hebräischen Namen für Gott gebrauchen dürfen. Wenn die gesamte Bibel lediglich in einer Sprache geschrieben worden wäre, dann wäre das ein starkes Argument. Die Bibel im Original wurde aber in drei völlig unterschiedlichen Sprachen geschrieben.

Gott beruft Menschen „aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen“ (Offenbarung 5,9). Das erfordert, dass die Bibel in viele Sprachen übersetzt wird!

Dieser Aufgabe widmen sich heute 145 nationale Bibelgesellschaften, die im Weltbund der Bibelgesellschaften zusammenarbeiten. Mit Stand vom 31. Dezember 2008 gab es Teile oder einzelne Bücher der Bibel in 2479 Sprachen und die vollständige Bibel in 451 Sprachen. Damit können 95 Prozent der Weltbevölkerung die Bibel in einer ihnen verständlichen Sprache lesen.

Das Wunder des Überlebens und der Erhaltung der Bibel

Im Laufe der Jahrhunderte wurde keine denkbare Möglichkeit ausgelassen, das Licht der Wahrheit des Wortes Gottes auszulöschen oder zu verfälschen. Die Propheten und anderen Botschafter Gottes wurden oft verfolgt und sogar ermordet.

Nur wenige Monate nach der Gründung der neutestamentlichen Kirche „erhob sich … eine große Verfolgung über die Gemeinde in Jerusalem; da zerstreuten sich alle“ (Apostelgeschichte 8,1). Dies bewirkte für die Verbreitung des Wortes Gottes einen positiven Effekt, denn „die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort“ (Apostelgeschichte 8,4).

Eine weitere positive Wirkung von Verfolgung ist die, dass die Bereitschaft der Christen zu leiden – und sogar für den Glauben zu sterben –, ein kraftvolles Zeugnis für andere Menschen darstellt.

Die erste Christenverfolgung geschah hauptsächlich durch die religiösen Führer der Juden, die ihren Einfluss durch die neue, stark wachsende Bewegung gefährdet sahen. Später wurde die Verfolgung der Christen zunehmend von den heidnischen römischen Herrschern initiiert, die das Christentum als eine Bedrohung der etablierten Ordnung ansahen, da dieses die Loyalität gegenüber einer höheren als des Kaisers Macht forderte. Und schließlich, nachdem eine vom Heidentum geprägte Form des Christentums zur Staatsreligion des Römischen Reiches avanciert war, geschah die Verfolgung überwiegend aus religiösen Gründen, um nicht genehme Ansichten und Lehren auszumerzen.

Über Jahrhunderte hinweg bis ins späte Mittelalter hinein wurden von religiösen Führern Bibeln konfisziert und verbrannt. Die Menschen wurden oft zum Tode verurteilt, wenn sie auch nur einen Teil der Bibel in ihrem Besitz hatten.

Die Heilige Schrift überlebte nicht nur aufgrund des Schutzes Gottes, den sie besitzt, sondern auch aufgrund des Glaubens und des Eifers seines Volkes. Die Angehörigen des Volkes Gottes wussten, dass sie „eine kostbare Perle“ besaßen (Matthäus 13,46). Dafür waren sie bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um das Wort Gottes zu schützen, zu bewahren und zu verbreiten. Ihr Eifer, die Bibel zu vervielfältigen und zu verteilen, machte es den Feinden schwer, alle Kopien aufzuspüren und zu vernichten.

„Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich“ (Jesaja 40,8).

Das Wunder der Vervielfältigung

Eine überaus wichtige Etappe der Bibelverbreitung begann mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg um 1450. Damit öffnete sich die Tür für die umfassende Verbreitung von Informationen mit einem relativ geringen Kostenaufwand. Gutenbergs Erfindung wird noch heute als die wichtigste technologische Innovation der letzten Jahrhunderte eingestuft. Gutenbergs Drucktechnik mit seiner von ihm erfundenen Druckerpresse spielte eine herausragende Rolle bei der Entwicklung der Renaissance, der protestantischen Reformation und der wissenschaftlichen Revolution.

Gutenbergs erstes Großprojekt war der Druck der lateinischen Vulgata-Bibel, die als zweibändiges Werk mit einer Auflage von 180 Exemplaren von 1452 bis 1454 gedruckt wurde. Die Fertigstellung erfolgte wahrscheinlich 1455. Gutenbergs Erfindung verbreitete sich schnell weltweit.

Der wichtigste Einzeleffekt seiner Erfindung bestand in der Möglichkeit, die Bibel in bisher ungekannten Auflagen zu vervielfältigen und damit für immer mehr Menschen erschwinglich zu machen. Heute ist die Bibel als Buch jedes Jahr ein Bestseller. Jahr für Jahr werden etwa 30 Millionen komplette Bibeln gedruckt. Laut Weltbund der Bibelgesellschaften wurden 2009 mehr als 430 Millionen Bibeln und Bibelteile verbreitet, wobei auch zunehmend Bibeln für die elektronischen Medien produziert werden (Hörbibeln, Computer-Bibeln usw.).

Die weltweit größte Bibeldruckerei befindet sich heute im kommunistischen China, einem Land, in dem die Bibel in der Zeit der Kulturrevolution (1966-1976) verboten war und alle von den Roten Garden beschlagnahmten Exemplare vernichtet wurden. In der Amity-Bibeldruckerei in Nanking läuft im durchgängigen Schichtsystem pro Sekunde eine Bibel vom Band. Ein Drittel der jährlich weltweit produzierten Bibeln kommen aus der Nankinger Bibelfabrik. Pro Monat werden in einem Durchgang, vom Papier bis zum fertigen Buch, eine Million Bibeln hergestellt.

Im September 2007 wurde bei Amity die fünfzigmillionste Bibel produziert (zusammen mit zusätzlichen neun Millionen Exemplaren des Neuen Testaments). 43 Millionen Bibeln wurden für China ausgeliefert (darunter Exemplare in Brailleschrift und in Minderheitensprachen), während die restlichen sieben Millionen Bibeln für den Export in über 60 Länder bestimmt waren.

Wenn man bedenkt, welche Veränderungen in China im Zeitraum einer Generation erfolgten – vom Bibelverbot zum weltgrößten Bibelproduzenten –, dann kann man nur Jesu Worte zitieren: „Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Matthäus 19,26)!

Das Wunder der Verkündigung des Evangeliums

Jesus sagte: „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1,8). Und weiter führte er aus: „Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24,14).

Gottes Plan erfordert somit, dass in den letzten Tagen der menschlichen Zivilisation das Evangelium in der ganzen Welt zur Vorbereitung der Wiederkunft von Jesus Christus gepredigt werden muss. Eine biblische Parallele dazu stellt das Wirken von Johannes dem Täufer dar, der mit seinem Predigen den Weg für das erste Auftreten von Jesus Christus vorbereitete.

In den letzten Jahrhunderten bis zur Gegenwart verdanken wir es dem Eifer der englischsprachigen Menschen, die zusammen mit ihrer bevorzugt verwendeten „King James“-Bibel – deren Entstehung sich dieses Jahr zum 400. Mal jährt – dafür sorgten, dass nach über 1800 Jahren wieder Folgendes eintrat: „Das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß“ (Apostelgeschichte 6,7).

Ermöglicht wurde dies durch das global agierende Britische Weltreich und den weltweiten Einfluss der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein wichtiger Grund dafür, dass die USA einst mit weisen Gesetzen, individueller Freiheit und großem Erfolg gesegnet wurden, ist die Tatsache, dass ihre Gründungsväter in der Bibel nach Rat und Führung suchten. Doch der Hauptgrund für die Segnungen und die Macht, die Großbritannien und die USA erhielten, ist die Erfüllung der Zusagen Gottes, die Nachkommen von Josef auf vielfältige Weise zu segnen (1. Mose 48).

Josefs Vater Jakob prophezeite den Nachkommen Josefs große Segnungen, indem er sprach: „Josef wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer“ (1. Mose 49,22). Die „Zweige“ von Josefs Nachkommen haben wahrlich die ganze Welt erreicht und damit auch die Verkündigung des Evangeliums von der kommenden Weltregierung Gottes auf dieser Erde durch seinen Sohn Jesus Christus mit bewirkt.

Warum plante Gott, diese Nationen so überaus reich zu segnen? Es war nicht deswegen, weil Gott sie bevorzugen wollte, sondern ein Hauptgrund war, dass sie das Evangelium in alle Welt bringen sollten. (Wenn Sie mehr über diese Thematik wissen wollen, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Broschüre Amerika und Großbritannien: Was sagt die Bibel über ihre Zukunft?, die Sie bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei herunterladen können.)

Das Evangelium wird heute neben der Verbreitung über das gedruckte Wort und das Fernsehen immer stärker auch über das Internet weltweit der Menschheit zugängig gemacht. Interessant ist dabei, dass etwa 50 Prozent aller Internetseiten in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Der Herausgeber unserer Stammzeitschrift The Good News unterhält mehrere Webseiten, beispielsweise Beyond Today, deren jährliche Zugriffszahlen in die Millionen gehen.

Das Wunder der weltweiten Wirkung und der persönlichen Verwandlung

Die Welt ist durch die Bibel in vielerlei Weise in positiver Hinsicht geprägt worden: Sei es durch ihren Einfluss auf die Gesetzgebung von Staaten, auf die Entwicklung des Gesundheitswesens und karitativer Einrichtungen oder ihr Einfluss auf das Bildungswesen und auf Kunst und Kultur. So haben sich bedeutende Künstler aller Epochen und Genres immer wieder mit Themen der Bibel auseinandergesetzt. Genannt werden soll an dieser Stelle nur – stellvertretend für alle anderen – der Komponist Georg Friedrich Händel, der ganze Oratorien biblischen Themen widmete, die heute zum allgemein anerkannten internationalem Kulturerbe gehören.

Genauso verwandelt und prägt Gottes Wort – die Bibel – einzelne Menschen in allen Teilen der Welt durch das Wirken des heiligen Geistes Gottes. Als der Apostel Paulus dem jungen Evangelisten Timotheus schrieb, erwähnte er den reichen Segen, den Timotheus empfangen hatte mit den Worten: „Du kennst auch seit deiner Kindheit die Heiligen Schriften. Sie können dich den Weg zur Rettung lehren, die dir zuteil wird durch den Glauben, der sich auf Jesus Christus gründet“ (2. Timotheus 3,15; Gute Nachricht Bibel).

Anschließend erinnerte Paulus Timotheus daran, dass „die ganze Heilige Schrift von Gott eingegeben [ist]. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun“ (ebenda, Verse 16-17).

Das längste Kapitel der Bibel – der Psalm 119 – wurde als Lobpreis auf das Wort Gottes geschrieben. Hier steht: „Dein Wort ist eine Leuchte für mein Leben, es gibt mir Licht für jeden nächsten Schritt“ (Vers 105, Gute Nachricht Bibel). Mögen auch Sie fleißig und demütig Gottes Wort studieren, damit es immer ein Licht auf Ihrem Weg ist!

Was war die Botschaft Jesu Christi?

Viele Christen verwechseln die wahre Botschaft Jesu – die Botschaft, die er den Menschen predigte – mit einer Botschaft über seine Person. Kennen Sie die Botschaft, die Jesus vor 2000 Jahren verkündete?

Von Scott Ashley

Welche Botschaft brachte Jesus Christus? Das scheint eine triviale Frage zu sein, doch wenige denken über diese Frage nach. Sie wissen, dass Jesus ein „Evangelium“ predigte, was auf Deutsch so viel wie „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“ bedeutet. Aber was beinhaltete diese Nachricht bzw. Botschaft?

An dieser Stelle wird die Angelegenheit schon etwas undurchsichtig. Denn viele denken, dass das Evangelium Christi eine Botschaft allein über die Person Jesus ist. Dabei richtet sich ihr Hauptaugenmerk automatisch auf den Überbringer der Botschaft und nicht auf die Botschaft selbst, die er gebracht hat. Ist denn diese Unterscheidung überhaupt von solcher Bedeutung? Aber ganz gewiss! Denn wenn wir die Kernaussagen seiner Botschaft nicht begreifen, dann können wir auch nicht seine Lehren richtig verstehen sowie den Grund für sein Auftreten auf dieser Erde und seine angekündigte Wiederkunft.

Wir werden weiterhin Dutzende von lebenswichtigen Prophezeiungen nicht verstehen, die über die ganze Bibel verteilt sind. Die Botschaft Jesu verbindet alle diese Aussagen zu einem Thema, zu einer wahrlich „guten Nachricht“, die nicht nur Auswirkungen auf Ihre Zukunft hat, sondern auf die der ganzen Welt.

Was war nun Jesu Botschaft? Lassen Sie uns einige seiner Aussagen analysieren, um sicher zu stellen, dass wir sie verstehen.

Das Evangelium vom Reich Gottes

Wir finden in Markus 1, Verse 14-15 folgende Zusammenfassung der Botschaft Christi:

„Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße [wörtlich: bereut, kehrt um] und glaubt an das Evangelium!“ (Schlachter-Bibel; alle Hervorhebungen durch uns).

Wir sehen, dass sich Jesu Lehre um die gute Nachricht bzw. um das Evangelium vom Reich Gottes drehte. Weiterhin betonte er, dass die Menschen an diese Botschaft glauben und ihre Sünden bereuen sollten. Reue ist eine Voraussetzung, um in das Reich Gottes gelangen zu können.

Andere Bibelstellen bestätigen, dass der Kern von Christi Botschaft das Reich Gottes ist: „Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich“ (Matthäus 4,23). Einige Kapitel später wiederholt Matthäus: „Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich“ (Matthäus 9,35).

Nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung erschien er seinen Jüngern und „ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes“ (Apostelgeschichte 1,3). Und Lukas registrierte Jesu Worte so: „Ich muss auch den andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt“ (Lukas 4,43).

Verwirrung um das Reich Gottes

Die Bibel zeigt klar, dass Jesu Lehren auf das Reich Gottes fokussiert sind. Wie Lukas aufschrieb, war es Christi Aufgabe, diese besondere Botschaft zu verkünden.

Somit sollte es wenige Zweifel darüber geben, was Jesus lehrte. Leider ist das aber nicht der Fall, denn die Menschen haben sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was das Reich Gottes darstellt. Einige glauben, dass es die gesamte Christenheit ist. Andere wiederum sehen es als die Summe aller Gerechten und Guten auf dieser Welt. Es gibt auch die Meinung, dass die Kirche das Reich Gottes repräsentiert.

Bezüglich der letzteren Meinung ist die Aussage der Catholic Encyclopedia zu diesem Thema interessant: „Das ‚Reich‘ bedeutet weniger ein zu erreichendes Ziel oder einen Ort …, sondern es ist vielmehr eine bestimmte Geisteshaltung … Zum einen bedeutet das ‚Reich‘ die Macht der Gnade im Herzen der Menschen … So wie die Menschen erkannten, dass das Reich für eine bestimmte gedankliche Vorstellung steht und sahen, dass dieser besondere Geist in der Kirche verankert war, begannen sie davon zu sprechen, dass die Kirche ‚das Reich Gottes‘ ist … Somit bedeutet das Reich Gottes die Regierung Gottes in unseren Herzen, es bedeutet diejenigen Prinzipien, die uns vom Reich dieser Welt und vom Teufel abgrenzen, es bedeutet die liebevolle Herrschaft der Gnade, es bedeutet die Kirche“ (Ausgabe von 1913, Stichwort „Kingdom of God“).

Die Kontinuität der Botschaften

War es Christi Absicht, dass wir über das zentrale Thema seiner Lehre in Verwirrung geraten sollten, sodass es uns überlassen bleibt, was sie wirklich beinhaltet? Können wir hierzu eine klare biblische Erklärung finden?

Christi Lehre über das Reich Gottes wird klar, wenn wir verstehen, dass Jesus sich auf die Botschaften bezog, die Gott Jahrhunderte zuvor durch die Propheten Israels offenbaren ließ. Er inspirierte diese Männer, über eine kommende Weltregierung zu schreiben, über ein physisches, buchstäbliches Regierungssystem, in dem der Messias Gottes Gesetze und Lebensweise durchsetzen wird, um Frieden und Wohlergehen für die Menschheit zu bringen.

So hatte z. B. der Prophet Daniel eine Vision darüber, wie der Messias sein Reich empfangen wird: „Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende“ (Daniel 7,13-14; siehe auch Daniel 2,44).

Auch Jesaja schrieb über den kommenden Messias und sein Reich: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit“ (Jesaja 9,5-6).

Die klare Bedeutung

Verstanden Christi Nachfolger, dass sich seine Lehre mit einer buchstäblichen Weltregierung auf dieser Erde befasst?

Aber ja! Beachten Sie Jesu Versprechen, das er seinen Jüngern gab: „Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels“ (Matthäus 19,28; siehe auch Lukas 22,28-30).

Nachdem Gott Christus von den Toten wieder auferweckt hatte, interessierte sie brennend die folgende Frage: „Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat“ (Apostelgeschichte 1,6-7).

Sie hatten offensichtlich verstanden, dass ein Teil von Jesu Aufgabe die Errichtung eines buchstäblichen Königreiches beinhaltete, in dem er mit den Jüngern als seinen Dienern regieren wird. Jesus sagte ihnen jedoch, dass der Zeitpunkt der Errichtung dieses Reiches nur Gott, dem Vater, bekannt sei (Matthäus 24,36).

In Offenbarung 11, Vers 15 lesen wir, dass diese Weltregierung mit Ertönen der siebten prophetischen Posaune beginnen wird: „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Das Reich Gottes und der Sieg

Hat das Reich Gottes eine Relevanz für Sie und mich? Ja, eine sehr große, denn es betrifft uns alle in jeglicher Weise.

Jesus Christus erklärte, dass er wiederkehren wird zu dem Zeitpunkt der Weltgeschichte, wenn die Menschheit am Abgrund zur Selbstvernichtung taumeln wird. In seiner bemerkenswerten Prophezeiung in Matthäus 24 spricht Christus von seinem Eingreifen während einer globalen Krise mit den Worten: „Denn es wird eine Schreckenszeit sein, wie die Welt sie noch nie erlebt hat und auch nie wieder erleben wird. Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen“ (Verse 21-22; „Neues Leben“-Übersetzung).

Der Rest von Christi Prophezeiung (siehe dazu auch die Parallelstellen in Lukas 21 und Markus 13) liest sich wie die gegenwärtigen Schlagzeilen. Doch leider sind die meisten Menschen heute völlig unwissend hinsichtlich der Zeiten, in denen wir leben. Christus macht klar, dass die Zeit unmittelbar vor seiner Wiederkehr die schlimmste Epoche der Menschheitsgeschichte sein wird, die nur wenige überleben werden. Erst nachdem die Menschen diese bittere Lektion gelernt haben, werden sie demütig genug sein, sich willig der Regierung Jesu als des Messias zu beugen.

Ihre Einladung ins Reich Gottes

Jesus hat noch viel mehr über das Reich Gottes zu sagen. In der ersten Passage, die wir zitiert haben, in Markus 1, Verse 14-15, steht eine lebenswichtige Aussage Jesu, sein Aufruf: „Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft!“ („Neues Leben“-Übersetzung).

Zweitausend Jahre später sind diese Worte wichtiger als je zuvor. Die guten Nachrichten über Christi kommende Weltregierung sind wahrlich erhebend. Die Menschheit wird endlich eine Welt des Friedens und des Glücks erfahren – eine Welt, die frei von Kriegen und Gewalt, von Krankheiten und jeglicher anderen Form des Leidens sein wird. Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Der Endzweck dieser buchstäblichen, weltumfassenden Regierung und das Endziel unseres Lernprozesses und unserer Hingabe gegenüber Gottes Gesetzen und seinen Wegen in diesem Leben ist, uns zu befähigen, als Kinder Gottes in sein ewiges geistliches Königreich zu gelangen, auferstanden zu ewigem Leben in seiner Familie. Gott sagt dazu durch den Apostel Paulus: „Ich werde euer Vater sein und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige“ (2. Korinther 6,18; „Neues Leben“-Übersetzung).

Um in dieses Reich zu kommen, muss Gott uns vom physischen, sterblichen Leben verwandeln und uns geistliche Unsterblichkeit geben. Paulus erklärt, dass „Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit“ (1. Korinther 15,50-53).

Jesus beschreibt die auf diese Weise Auferstandenen so: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich“ (Matthäus 13,43). Jesus der Erretter, verherrlicht und unsterblich, strahlt schon jetzt wie die Sonne in voller Stärke (Offenbarung 1,16). Wir haben das Versprechen Gottes, dass wir so verherrlicht werden, wie er es ist (1. Johannes 3,2).

Diejenigen, denen Gott ewiges Leben schenkt, werden mit Christus in seinem Reich regieren (Offenbarung 20,4. 6). Sie werden „zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden“, um andere zu unterweisen und auch sie in sein ewiges Reich zu bringen (Offenbarung 5,10). Jesus verspricht uns: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron“ (Offenbarung 3,21).

So beschrieb es Jahrhunderte zuvor der Prophet Daniel: „Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen“ (Daniel 7,27).

Das ist ein kurzer Überblick über die wunderbaren Nachrichten der Zukunft, wie sie uns Jesus Christus in seinem Evangelium vom Reich Gottes gelehrt hat. Möchten Sie in der Zukunft in diesem Reich sein? Sie allein treffen die Entscheidung!

In diesem Artikel konnten wir nur kurz auf die zentralen Themen der Lehre Jesu Christi eingehen. Wenn Sie darüber mehr lernen möchten, empfehlen wir Ihnen die kostenlose Broschüre Das Reich Gottes – eine gute Nachricht, die Sie bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei herunterladen können.

Europas kommende religiöse Wiedererweckung

Europas Erfahrungen mit dem Christentum – die dunkle Seite von Missbrauch und Ausschweifungen eingeschlossen – erzählen eine erstaunliche und manchmal sogar gewalttätige Geschichte. Die Prophezeiungen der Bibel sagen ein bevorstehendes Kapitel dieser Geschichte voraus, das sich erneut als dunkel und gewalttätig erweisen wird.

Von Howard Davis

„Gott ist tot!“, schrieb Friedrich Nietzsche 1886 und warf damit eine geistliche Bombe, deren negative Auswirkungen bis weit ins Europa des 20. Jahrhunderts hineinreichten. „Gott bleibt tot!“, fuhr der deutsche Philosoph fort, „und wir haben ihn getötet.“

Als Meister der schockierenden Worte – so wie es auch sein Schüler Adolf Hitler eine Generation später war – erforschte Nietzsche die Natur der psychologischen Krise, die entsteht, wenn Menschen sich weigern zu glauben, dass Gott existiert.

Nietzsche trug dazu bei, die Bühne für den Niedergang des Glaubens an Gott im Europa des 20. Jahrhunderts vorzubereiten. Er war der Vertreter einer Philosophie, die als Existenzialismus bekannt wurde. Gemäß dieser Sicht existiert der Mensch in einer Welt, die einfach da ist. Der Mensch kann nicht wissen, warum er existiert, weil Gott nicht existiert. Da er allein im Universum ist, liegt es laut Nietzsche an dem Menschen selbst, sich seine eigenen Lebensregeln zu schaffen, den Sinn des Universums zu bestimmen und die Vorstellung von einem lebendigen Gott, der die Geschichte auf göttliche und gezielte Weise beeinflusst, aufzugeben.

Sie und ich leben in einer solchen konfusen Welt. Es wird zwar über Gott geredet, aber nur im Rahmen einer verwirrenden Vielfalt von Traditionen, Theologien und Konfessionen. Wir können einen großen Teil dieser Verwirrung auf eine zweitausendjährige Geschichte des Missbrauchs und der Manipulation des Namens und der Autorität Gottes und Christi ohne Gehorsam gegenüber den Lehren und der Lebensweise Jesu zurückführen.

Obwohl das Christentum aus dem Nahen Osten stammt, ist Europa seit zweitausend Jahren seine hauptsächliche Heimat. Die erstaunliche Wahrheit über Europas Sicht von Christus ist jedoch, dass diese wenig mit den Lehren und Praktiken Jesu, von denen wir im Neuen Testament lesen, zu tun hat. Eine Geschichte von fast zweitausend Jahren an Zwangsbekehrungen, Bündnissen zwischen Kirche und Staat, williger Akzeptanz und Anpassung an das Heidentum, Pogrome und Verfolgungen haben Millionen von Opfern in Verfolgungen und heiligen Kriegen gefordert.

Es gibt viele individuelle Ausnahmen, aber der typische Europäer glaubt nicht an den Gott, wie er in der Bibel beschrieben wird. Warum nicht? Was nimmt im europäischen Denken den Platz Gottes ein?

Die stille Supermacht

Um Europas Zukunft zu verstehen, müssen wir das europäische Denken verstehen.

Europa ist die Heimat einer Vielfalt von geistreichen Menschen, atemberaubend schöner Landschaften, überwältigender Architektur und herrlicher Musik. Seine kulturelle Leistung im Hinblick auf Vielfalt und Ausmaß ist unübertroffen, die Geburtsstätte vieler der größten Errungenschaften der Menschheit. Trotzdem verkörpert seine Geschichte in den letzten 1500 Jahren eine Liste von Horrortaten gegen die Menschlichkeit. Davon wurden manche im Namen des Christentums begangen.

Wir müssen verstehen lernen, warum die Ideen und Sichtweisen Europas weiterhin von wichtiger Bedeutung für die Zukunft der Welt sind. Wenn einige seiner Nationen sich dazu entschließen, erneut eine dominierende Kraft in der Welt zu werden und direkt auf Konfrontationskurs mit den Vereinigten Staaten zu gehen, könnte die Zivilisation, so wie wir sie kennen, enden.

Die Europäische Union mit ihrer gemeinsamen Bevölkerung von ca. 500 Millionen Menschen ist im Prinzip eine Supermacht, zurzeit allerdings eine weitgehend stille. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs tolerieren Amerikas europäische Verbündete die US-amerikanischen wirtschaftlichen und militärischen Strategien. Doch es wäre naiv davon auszugehen, dass das auch in Zukunft immer der Fall sein wird. Die unausgesprochene Furcht der amerikanischen Experten für Außenpolitik ist, dass die Tage der freiwilligen europäischen Unterwerfung unter die amerikanische Führung gezählt sind.

Tief im Herzen des Christentums

Eine Analyse der Geschichte hilft uns zu verstehen, weshalb es möglich und wahrscheinlich ist, dass die größten Kriege der Zukunft von Europa ausgehen werden.

„Wie kann das sein?“, fragen Sie sich vielleicht. Haben der europäische und der nordamerikanische Kontinent nicht die gleichen Werte hinsichtlich der Menschenwürde und ein gemeinsames christliches Erbe?

Das war genau die Meinung der Amerikaner und Europäer zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sehen wir uns aber die Fakten an. Von Europa, dem historisch gesehen christlichsten Kontinent, sind die größten Kriege der Geschichte ausgegangen.

Fast alle der großen Kriege Europas haben eines gemeinsam. Messiasse der einen oder anderen Art bildeten fast immer den Kern von Europas Kriegen. Gelegentlich kommen Führer auf, die von sich behaupten, eine besondere Berufung von Gott oder den Göttern zu haben, eine weltweite Regentschaft zu errichten und auszuüben.

Während der Kaiserherrschaft des Römischen Reiches hat Rom für sich das Recht in Anspruch genommen, die Pax Romana in der Welt zu verwirklichen. Mittelalterliche Kreuzzüge wurden von einem Papsttum ausgerufen, das bis heute für die Kirche weiterhin eine universelle Macht über das Heil aller beansprucht. Monarchen sind in benachbarte europäische Länder eingefallen, um das Heilige Römische Reich zu konsolidieren und einen universellen Glauben zu bewahren. Die messianische Vision Napoleons hat seinen Ehrgeiz angetrieben, nicht nur Frankreich, Afrika und den Nahen Osten zu beherrschen, sondern den gesamten europäischen Kontinent bis nach Moskau hin. Zuletzt gab es dann natürlich die Tyrannenherrschaft Hitlers und Mussolinis.

Europas turbulente Geschichte zeugt wiederholt von politisch mächtigen messianischen Visionären.

Ein christlicher Kontinent?

Europa ist der Kontinent, auf dem das Christentum in den letzten zweitausend Jahren den größten Einfluss hatte. Jesu eigentliche Lehre und Lebensweise haben sich aber in Europa (wie auch überall sonst) nicht lange gehalten. Jesus selbst sagte voraus, dass ein großer Konflikt, der gigantischste aller heiligen Kriege, erneut von Europa ausgehen und den Rest der Welt erfassen wird.

Auch Nietzsche sah einen kommenden religiösen Krieg voraus. Als Vertreter des paneuropäischen Gedankens glaubte er, dass Europa sich um eine Vereinigung bemühen sollte. Sein Europa würde keines sein, in dem man an Christus als funktionales Oberhaupt glauben würde. In Nietzsches Europa würde der Mensch die Stelle Gottes einnehmen, nachdem der Glauben an Gott abgeschafft worden war.

Er sagte eine Zukunft voller Gefahren voraus. „Was ich erzähle“, schreibt er, „ist die Geschichte der nächsten zwei Jahrhunderte … Unsre ganze europäische Kultur bewegt sich seit Langem schon mit einer Tortur der Spannung, die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wächst, wie auf eine Katastrophe los: unruhig, gewaltsam, überstürzt: einem Strom ähnlich, der ans Ende will … wo wir noch gehen, da wird bald niemand mehr gehen können!“

Nietzsches Abgrund

Nietzsche sagte voraus, dass seine nihilistische Denkweise Europa in einen Abgrund der Gewalt führen würde. „Es wird Kriege geben, wie es noch keine auf Erden gegeben hat.“ Und erneut: „Ich sehe etwas Furchtbares voraus. Chaos am nächsten, alles im Fluss. Nichts, was an sich Wert hat.“

Nietzsche hat Worte benutzt, die bewusst so gestaltet waren, dass sie an die prophetischen Worte Jesu erinnerten. Nur Tage vor seiner Kreuzigung haben Jesu Jünger ihn gefragt, was die Zeichen für sein Kommen sein würden, die Zeit, wo er das Reich Gottes errichten würde: „Denn es werden viele kommen unter meinem Namen“, antwortete er ihnen, „und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei … Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere“ (Matthäus 24,5-7).

Nietzsche war ein Meister der Begriffsmanipulation. Er benutzte Begriffe aus der Bibel, aber er verdrehte sie geschickt und passte ihre Bedeutung so an, dass sie seinen eigenen Zwecken dienten.

Er und seine Protegés des 20. Jahrhunderts hatten die Absicht, die biblischen Lehren umzukehren. Er bezeichnete sich sogar selbst als einen Antichrist. In seinem letzten Buch, „Der Antichrist“, das er sechs Monate vor dem Verlust seines Verstands verfasste, gab er folgenden Rat: „Dass man gut tut, Handschuhe anzuziehen, wenn man das Neue Testament liest. Die Nähe von so viel Unreinlichkeit zwingt beinahe dazu.“

Ironischerweise war Nietzsche in seiner Jugend ein hervorragender Bibelschüler gewesen und hatte die Absicht gehegt, in die Fußtapfen seines Vaters, der ein lutherischer Pastor war, zu treten. Seine halbwüchsigen Mitschüler verspotteten ihn sogar als den „kleinen Pastor“.

In der berühmten „Gott ist tot“-Passage seines Buches Also sprach Zarathustra entwickelte Nietzsche den Entwurf einer europäischen Zukunft, die von einer Führung geformt wird, die die biblischen Propheten und Jesus verachten würde. Diese Führer würden Übermenschen sein, die zu Göttern werden würden, Schöpfer einer Lebensweise und einer weltweiten Machtstruktur ohne Gott.

Damit dies stattfinden könnte, müsste die europäische Elite ihres Glaubens an einen wahren Gott beraubt werden.

Die Nachwirkungen von Nietzsche

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Europa reif für einen Zusammenbruch des Glaubens. Europas Hauptreligionen waren, außer dass sie von dem Namen Gottes und der theologischen Terminologie der Bibel Besitz ergriffen hatten, niemals auf den echten Lehren und dem Beispiel Christi gegründet. Wenn sie es gewesen wären, dann hätten zwei Weltkriege niemals stattgefunden.

Das Vertrauen in Gott wird zerbrochen, wenn die Menschen an Führer glauben, die von sich behaupten, Christus zu repräsentieren, sich aber nicht an das halten, was er gesagt hat, und nicht das tun, was er praktiziert hat. Der Glaube an Gott wird zerstört, wenn Menschen unglaublich schreckliche Ereignisse und persönliche Traumen durchleben und dann dazu ermutigt werden, diese als Taten Gottes statt als die Folgen ihres eigenen Versagens und ihrer Sünden anzusehen. Auf den Sand abwegiger Traditionen und religiöser Institutionen gebaut, zerfällt der Glaube. Und Gott wird oft die Schuld dafür gegeben.

Die Europäer glaubten zu Beginn des 20. Jahrhunderts an ihre Könige und ihre religiösen Hierarchien, Konfessionen und Traditionen. Sie vertrauten auf die Politik und die angebliche Rechtschaffenheit nationaler Überlegenheit. Sie waren stolz auf ihre militärische Genialität, ihre fortschrittlichen Waffen und die Wirtschaftskraft ihrer Nationen.

Beim Kriegsausbruch im Jahr 1914 „konnten sich nur wenige Menschen vorstellen, wie lange und wie katastrophal ein Konflikt zwischen den Großmächten dauern würde. Der Krieg wurde als ein Verteidigungskrieg aus nationaler Notwendigkeit patriotisch begrüßt und idealistisch als ein Krieg für Recht gegen Macht angesehen, für die Unantastbarkeit von Verträgen und für die internationale Moral“, schreibt die Encyclopaedia Britannica (Ausgabe 1971, Band 23, Seite 692).

Die europäischen Christen waren sich sicher, dass Gott bei diesem Konflikt auf ihrer Seite war. Er war es nicht. Christus hat den Abzug nicht betätigt. Fehlgeleitete Menschen haben das getan.

Zur Zeit des Ersten Weltkriegs war Nietzsches Einfluss schon umfassend spürbar. Der deutsche Kaiser schickte mit jedem deutschen Soldaten neben einer Ausgabe des Neuen Testaments auch ein Exemplar von Nietzsches Zarathustra mit an die Front. Die Deutschen sollten Christus mit Europas Übermenschen vermischen.

Die Kirchen waren voller Menschen, die dafür beteten, dass Gott ihre Soldaten vor Bösem bewahren und ihnen dabei helfen würde, ihre Feinde zu besiegen. Christen in ganz Europa beteten zum gleichen Gott und baten ihn um seine Hilfe, sich gegenseitig umzubringen. Deutsche und österreichische Katholiken beteten im Namen Christi für den Erfolg ihrer Soldaten gegen französische Katholiken und Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche. Britische anglikanische und baptistische Protestanten beteten zusammen mit schottischen Presbyterianern gegen deutsche Lutheraner.

Auf wessen Seite war Gott wirklich?

Alle meinten es ernst. Das Problem war, dass sie die falsche Auslegung des christlichen Glaubens hatten. Christus hat ihr Töten nicht gutgeheißen. Ihr Glaube war auf beklagenswerte Weise fehlgeleitet.

Innerhalb von vier Jahren starben zehn Millionen deutsche, französische, russische, österreichische und britische Soldaten, und viele weitere außerhalb von Europa in einem unglaublichen Gemetzel, das sich von der Türkei und Russland bis zu den Vororten von Paris erstreckte.

Der Krieg zerstörte nach heutigen Werten 25 Billionen Euro an Besitz, Infrastruktur und anderem Vermögen. Die Blüte der europäischen Jugend und ein Großteil seiner Elite waren entweder tot oder kriegsversehrt. Gott war nicht tot. Das alte Europa war es. Dieses Blutbad verherrlichte niemanden – weder Gott noch das eigene Land noch den Menschen. Am Ende waren Millionen in einem sinnlosen Kampf gestorben.

Die Europäer fragten sich: Wenn Gott existiert und allliebend ist, wie kann er dann Schrecken und Leiden zulassen? Hatte Gott nicht die deutschen Kaiser und russischen Zaren geweiht?

Aber als Folge des Krieges verlor Deutschland einige seiner Gebiete (eine Vorausschau auf weitere Verluste nach dem Zweiten Weltkrieg). In Russland übernahmen die bolschewistischen Atheisten die Macht und ermordeten systematisch die adlige Elite der Nation. So etwas hatte es in diesem Ausmaß innerhalb von Jahrhunderten europäischen Blutvergießens nicht gegeben.

Diese Ereignisse führten dazu, dass bis 1920 der Glaube vieler Europäer an Gott erschüttert war. Dann führte die Nazibewegung zum Aufkommen der grausamen Diktatur Adolf Hitlers und beseitigte die letzten Reste des sentimentalen Glaubens vieler Europäer, dass sich der Kontinent des Segens Gottes erfreuen würde.

Hitlers Aufstieg zur Macht war für viele Deutsche ein fast religiöses Erlebnis. Er stellte sich als der Führer dar, als ein Messias, der eine tausendjährige Weltherrschaft Deutschlands verhieß. Deutschlands begeisterte Annahme von Hitler führte zum größten Krieg in der Geschichte und wurde für sein Volk zum Alptraum. Europas Glaube an Gott als eine übernatürliche Eindämmung des Bösen wurde noch schlimmer beschädigt. Die europäische Theologie lag danieder.

Ein Jahrhundert später

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sahen sich die meisten Europäer immer noch als Katholiken oder Protestanten. Umfragen zeigen aber, dass nur wenige an einen übernatürlichen Gott glauben. Nur eine kleine Minderheit akzeptiert die Vorstellung von einem persönlichen Gott, so wie er in der Bibel beschrieben wird.

Die überwältigende Mehrheit der Europäer glaubt an die Evolutionstheorie. Nur eine kleine Minderheit erkennt die übernatürlichen Wunder der Bibel an. Noch weniger glauben an ein buchstäbliches zweites Kommen Christi. Eine Minderheit glaubt an das Reich Gottes, wie Jesus und die Apostel es im Neuen Testament gelehrt und beschrieben haben.

Insgesamt ist der Geist Europas ein Geist des Unglaubens, was die Bedeutung der biblischen Gesetze, Prophezeiungen und Lehren für das menschliche Leben betrifft. Leider hat das Wirken amerikanischer Fernsehprediger mit seinem Glitter, seiner Oberflächlichkeit und seinem biblischen Analphabetentum, das per Satellit in die europäischen Kabelsysteme eingespeist wird, den europäischen Zynismus gegenüber der Bibel nur noch verstärkt.

Wir müssen aber bedenken, dass Christus und andere Propheten der Bibel diesen Zusammenbruch des Glaubens vorhersagten. Wir brauchen uns nur an die Frage Jesu zu erinnern: „Wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?“ (Lukas 18,8).

Während des 20. Jahrhunderts erschienen Tausende von Berichten über bewaffnete Konflikte in den Tageszeitungen, die sich wie die biblischen Prophezeiungen über „Kriege und Kriegsgeschrei“ anhörten (Markus 13,7).

Das 21. Jahrhundert wird da nicht anders sein.

Die geheimnisvolle Frau

Viel in der Prophetie ist in Symbole gehüllt. Wenn wir verstehen, was sie bedeuten, dann stellen sie für uns eine Verbindung zwischen Gottes Wort und Weltereignissen, Regierungen und vorherrschenden Glaubensüberzeugungen her. Lutheraner und Anhänger der Kirche von England haben vor fast 500 Jahren eine erstaunliche Metapher, ein erstaunliches Symbol erkannt. Sie sahen es als eine Beschreibung des Wesens der Verbindung zwischen Staat und Religion an, die die europäische Geschichte seit der Zeit dominierte, als Konstantin vor über 1000 Jahren den römischen Katholizismus zur offiziellen Religion des Römischen Reiches erklärt hat.

Die Bibel spricht unverblümt. In ihren Prophezeiungen wird eine Kirche oft als eine Frau personifiziert, in diesem Fall eine gefallene Frau, „die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben“ (Offenbarung 17,1-2).

Gottes Wort beschreibt den Missbrauch, der von einem solchen Verbund aus Kirche und Staat ausgeht. Europa versucht zu seiner zweifelhaften Ehre nicht, seine Geschichte voller Unmoral, Machtmissbrauch und Millionen im Namen Christi Getöteter zu verleugnen.

Im 16. Jahrhundert zitierte Martin Luther eine Bibelstelle, um die Unterschiede zwischen den biblischen Lehren Christi und dem Katholizismus zu verdeutlichen und seine Entscheidung zu rechtfertigen, sich von Rom loszusagen: „Und ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu“ (Vers 6).

Aber Europa kehrte nie zu den Lehren und Praktiken Jesu zurück. Die Protestanten verübten weiterhin viele der missbräuchlichen Taten des Christentums in anderer Gestalt. Das soll nicht heißen, dass Europa keine bedeutende religiöse Zukunft hat. Diese und andere Prophezeiungen verdeutlichen, dass es diese haben wird.

Ein neuer Führer

Beschreibt die Bibel, was als Nächstes in Europa geschehen wird?

Auf faszinierende Weise machen die Bibel und Friedrich Nietzsche die gleichen Vorhersagen über bestimmte Aspekte von Europas Zukunft. Es sind Vorhersagen voller Gewalt, die sich um den Aufstieg einer neuen Generation von mächtigen Führern drehen.

„Tot sind alle Götter: nun wollen wir, dass der Übermensch lebe“, schrieb Nietzsche in Zarathustra. Er beschrieb die Folgen des Aufstiegs eines Übermenschen während eines großen Augenblicks in der europäischen Geschichte. Der „große Mittag“, sagte er, würde ein Tag des Feuers sein.

Der Apostel Paulus sprach von einem großen religiösen Führer, der kurz vor Jesu Wiederkehr in Erscheinung treten wird. Auch er wird sein Ende durch Feuer finden. Er wird nicht an den biblischen Gott glauben und wird sich so verhalten, als sei Gott in der Tat tot. Er wird von sich behaupten, Gott selbst auf Erden zu sein.

„Denn es muss unbedingt zuerst“, schrieb Paulus, „der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.“ Paulus sagt über diesen Verführer, dass ihn „der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes, und … durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird“ (2. Thessalonicher 2,3-4. 8; Schlachter-Bibel).

Die Frau reitet auf einem Tier

Das Buch der Offenbarung beschreibt, dass Kriege und der Missbrauch des Christentums ein Ende finden werden. Nachdem die Offenbarung ein religiöses System beschrieben hat, das durch eine gefallene Frau versinnbildlicht wird, folgt folgende Beschreibung: „Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat“ (Offenbarung 17,7).

In Europa gab es oft eine Verbindung zwischen der Religion und den Regierungen. Manchmal ist die christliche Religion politisch als ein Staat aufgetreten. Sie war Teil einer Beziehung zwischen Kirche und Staat, in der religiöse und politische Macht verbunden waren. Dieses versinnbildlicht die Bibel durch eine Frau auf einem Tier, das sie beeinflusst, während sie es „reitet“. Regierungssysteme sind hier symbolisch „das Tier“.

Ein Regierungssystem, das zehn politische Führer umfasst, ist im Kommen. Das werden „zehn Könige [sein], die ihr Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier. Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier“ (Verse 12-13).

Am Ende werden sie ihren Zorn aber gegen das System richten, das einmal mit ihnen verbündet war: „Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen“ (Vers 16).

Europa und der Welt steht eine gewalttätige Zukunft bevor, wenn sie weiterhin so handeln, als wäre Gott irrelevant und nicht an den Angelegenheiten des Menschen beteiligt – so, als wäre er tot. Die Bibel sagt deutlich, was geschehen wird, wenn wir damit fortfahren, Religion und Regierungssysteme nach unserem eigenen Bild zu formen, statt Gottes Wort zu glauben. Der Gott und der Christus der Bibel sind lebendig, was die ganze Menschheit erfahren wird. Die Bibel ist keine psychologisch geschickt verfasste Dichtung. Ihre Prophezeiungen sind im Voraus verfasste Nachrichten über unsere Zukunft!

Wie Vers 14 über diese prophezeiten Führer sagt: „Die werden gegen das Lamm kämpfen und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige.“ Jenseits dieser Zeit gewalttätigen Aufruhrs, so zeigt die Bibel, hat die Menschheit eine auf spektakuläre Weise positive Zukunft.

Sie wird durch die Wiederkehr Jesu Christi eingeleitet, womit alle menschlichen Herrschaftssysteme ein für allemal abgesetzt werden: „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offenbarung 11,15).

Im Gegensatz zu Nietzsches deprimierender Fiktion beschreibt die Bibel die Geschichte der Menschheit als strahlend und erbauend. Wie die Welt bald erkennen wird, hat sich Nietzsche schwer geirrt. Gott war nicht derjenige, der gestorben ist. Ich muss da an ein T-Shirt denken, das mir jemand einmal schenkte und das die Aufschrift trug: „Nietzsche ist tot. Unterschrift: Gott.“

Wenn Sie mehr über die Zukunft Europas und der ganzen Menschheit erfahren möchten. empfehlen wir Ihnen unsere kostenlosen Broschüren Biblische Prophezeiung: Ein Blick in Ihre Zukunft? und Das Reich Gottes – eine gute Nachricht, die Sie bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei herunterladen können.

Eine religiöse Wiedererweckung mit katastrophalen Folgen

Europa, die Heimat von so viel christlicher Geschichte und Tradition, ist im letzten Jahrhundert zunehmend agnostisch und atheistisch geworden. In ganz Europa stehen Kathedralen und Kirchen leer, die einmal voller Betriebsamkeit waren. Sie sind verschlossen und verriegelt. Mehrere wurden in Restaurants, Wohnhäuser, Geschäfte oder sogar Diskotheken umgewandelt. Die Prophezeiungen der Bibel zeigen aber, dass Europa eine gewaltige religiöse Wiedererweckung erleben wird.

So überraschend das klingen mag, ist dennoch der Katalysator, der wahrscheinlich dabei helfen wird, das alles zu bewirken, noch überraschender. Sowohl Jesus Christus, der Sohn Gottes, als auch der Apostel Paulus offenbaren, was dieser Katalysator sein wird: machtvolle, dramatische Wunder. Millionen werden Zeugen davon und sie als das Wirken Gottes akzeptieren. Sie werden die Nachrichten beherrschen. Religiöser Eifer wird über den Kontinent hinwegfegen.

Dabei wird es aber nur ein Problem geben. Es wird alles eine große Lüge sein.

Sehen Sie hier, was Paulus über eine religiöse Gestalt sagt, die die Welt schockieren wird. In Bezug auf „das Kommen unseres Herrn Jesus Christus“ schreibt Paulus, dass zu jener Zeit ein neuer Führer auftreten wird, „der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott“ (2. Thessalonicher 2,1. 4).

Wie könnte eine solche Person von sich behaupten, Gott zu sein, und andere davon überzeugen, ihr zu glauben? Paulus fügt hinzu: „Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden“ (2. Thessalonicher 2,9-10).

Auch wenn diese machtvollen Wunder viele überzeugen werden, werden sie in Wahrheit das Werk Satans sein. Leider wird die Verführung durch diesen Mann Millionen von Menschen erfassen. Während der großen Katastrophe, die das Ende dieses Zeitalters markieren wird, werden viele dieser „Verführung zur Ungerechtigkeit“ zum Opfer fallen.

In der Endzeit werden viele Menschen von ihrer biblischen Ignoranz eingeholt werden. Es wird ein charismatischer, christusähnlicher Führer in Erscheinung treten und die meisten Menschen werden ihn als fleischgewordenen Gott akzeptieren. Weil sie „die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben“, werden sie verführt werden. Sie werden bei dieser großen, falschen, religiösen Wiedererweckung der Endzeit auf diesen Hochstapler hereinfallen.

Wie steht es mit Ihnen? Werden Sie zu denjenigen gehören, die die Wahrheit lieben, oder zu den Verführten?

Amerikas Schuldenberg wächst – welche Bedeutung hat das für uns?

Amerikas Schulden haben eine schwindelerregende Höhe erreicht. Wie konnte die einstige größte Gläubigernation der Welt in nur wenigen Jahrzehnten zum größten Schuldner der Welt werden?

Von Mike Kelley

In unserer Zeit bringt der Computer die Welt buchstäblich an unsere Türschwelle. Ein paar Klicks mit der Computermaus und schon kann man eine Echtzeituhr im Internet sehen, die das Anwachsen der US-Staatsverschuldung anzeigt. Diese Zahl nimmt auf alarmierende Weise zu – 48 000 Dollar pro Sekunde, 4,1 Milliarden am Tag.

Anfang 2011 stieg die Staatsverschuldung der USA auf über 14 Billionen Dollar, eine Geldmenge, die für den Durchschnittsmenschen kaum vorstellbar ist. Sie entspricht in etwa dem geschätzten Bruttoinlandsprodukt der USA – also dem Wert von allem, was in den Vereinigten Staaten innerhalb eines Jahres produziert wird.

Pro Kopf bedeutet das mehr als 45 000 Dollar für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in den USA. Oder realistischer ausgedrückt: Der durchschnittliche US-amerikanische Steuerzahler schuldet 127 000 Dollar, was ungefähr dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von zweieinhalb Jahren entspricht.

Die Staatsverschuldung jedes Landes entspricht, einfach gesagt, der Gesamtsumme seines Haushaltsdefizits, der Differenz zwischen dem, was die Regierung ausgibt, und dem, was sie einnimmt. Im Jahr 2000 hatten die USA zum letzten Mal einen Haushaltsüberschuss. Der ausgewiesene Überschuss von 230 Milliarden Dollar für das Jahr 2000 verblasst allerdings, wenn man bedenkt, dass die US-Regierung diesen Überschuss nur dadurch erzielen konnte, dass sie Milliarden von anderen Einnahmequellen als Kredit abzweigte.

Seit jener Zeit hat eine Verkettung unglücklicher wirtschaftlicher Faktoren zur gegenwärtigen Situation geführt. Sinkende Einnahmen während der Rezessionen von 2001 und 2008-2009, in Verbindung mit den Kriegen im Irak und in Afghanistan, sowie erhöhte Ausgaben für den Heimatschutz haben die Regierung schnell wieder ins Defizit geraten lassen. Im Haushaltsjahr 2008 hatte das Defizit 455 Milliarden Dollar betragen, das bis zum Haushaltsjahr 2010 auf gewaltige 1,7 Billionen Dollar angestiegen ist. Damals entschied sich die Obama-Regierung für eine erhöhte öffentliche Verschuldung zur Ankurbelung der Wirtschaft, während sie gleichzeitig die Ausgabenhöhe bei bestehenden Programmen aufrechterhielt.

Was die meisten Beobachter verblüfft, ist die Geschwindigkeit, mit der die Schulden im letzten Jahrzehnt angewachsen sind. Historisch gesehen dauerte es von der Gründung der USA im Jahr 1776 bis zum Jahr 2004, bis ein Schuldenberg von 7,6 Billionen Dollar angehäuft wurde.

Die Schulden nahmen etwa in Kriegszeiten zu und wurden dann in Friedenszeiten wieder teilweise abgebaut. Trotzdem war die einzige Zeit, zu der sich die Schulden dem gesamten Bruttoinlandsprodukt annäherten, das Jahr 1944, das den Höhepunkt des US-Engagements im Zweiten Weltkrieg darstellte. Sie gingen aber nach dem Krieg wieder weit zurück.

Bis zum Januar 2009 waren die Schulden aber auf 10,6 Billionen Dollar angewachsen. Bei der gegenwärtigen Wachstumsrate von 4,1 Milliarden pro Tag wird die Schuldenlast bis zum Ende des Jahres 15,4 Billionen Dollar erreichen. Das bedeutet, dass die USA in weit weniger als einem Jahrzehnt die in den früheren 228 Jahren insgesamt angehäufte Schuldenlast mehr als verdoppelt haben werden!

Schwindelerregende Jahreszinsen

Natürlich müssen die USA für das von ihnen geliehene Geld Zinsen zahlen. Im Haushaltsjahr 2008 betrugen diese Zinsen etwa 220 Milliarden Dollar. 2009 stiegen sie auf mehr als 383 Milliarden Dollar an. Das sind mehr als 1200 Dollar für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in den USA – und, noch einmal, nur für Zinsen und das auch nur für ein einziges Jahr!

Mehrere öffentliche und private Quellen erstellten die Prognose, dass der Jahreszins bis zum Haushaltsjahr 2019 auf über 700 Milliarden Dollar anwachsen wird. Der gesamte US-Verteidigungshaushalt für das jetzige Haushaltsjahr beträgt im Vergleich dazu 664 Milliarden Dollar.

Amerika wird also, in einfachen Worten, bald mehr ausgeben, um nur seine Zinsen zu bezahlen, als es zurzeit für die Landesverteidigung aufwendet! Die US-Regierung ist zur Zahlung dieser Zinsen verpflichtet. Jegliche Zahlungseinstellung oder auch nur ein Verzug bei den Schuldenzahlungen würde die Kreditwürdigkeit der Regierung auf den Weltfinanzmärkten schwer beschädigen.

Mitte Januar 2011 bereitete sich der US-Kongress auf einen harten Kampf um die Schuldenobergrenze vor, die bei 14,3 Billionen Dollar lag, ein Betrag, der im März überschritten wurde. Eine Nichtrückzahlung dieser Schulden würde, mit den Worten von US-Finanzminister Timothy Geithner, „ein noch nie da gewesenes Ereignis in der amerikanischen Geschichte“ bedeuten.

Eine Zahlungseinstellung würde die US-Regierung dazu zwingen, die Zinsraten, die sie denjenigen zahlt, die ihr die Schulden in Form von Schatzanweisungen, Schatzwechseln und Schuldverschreibungen abkaufen, drastisch zu erhöhen, um Käufer zu gewinnen. Das würde aber die jährlichen Zinsen, die bezahlt werden müssen, drastisch erhöhen – sofern die Regierung überhaupt noch in der Lage wäre, Staatsanleihen zu verkaufen.

Im Juli 2010 beschrieb ein Bericht der Finanzaufsicht des US-Abgeordnetenhauses die schwerwiegenden Folgen einer solchen Finanzkrise. Höhere Zinsraten, die nötig wären, Käufer für Staatsanleihen zu gewinnen, würden das Wirtschaftswachstum abwürgen und gleichzeitig das US-Schatzamt dazu zwingen, zusätzliche Hunderte von Milliarden an jährlichen Zinsen zu zahlen.

Die US-Notenbank würde wahrscheinlich als Reaktion darauf mehr Geld drucken und damit die Inflation anheizen, was die Zinsraten noch mehr unter Druck setzen würde. Der Finanzcrash von 2008-2009 würde sich wiederholen, wenn wichtige Finanzinstitute aufgrund einer wegbrechenden finanziellen Basis kollabieren würden.

Im Laufe der amerikanischen Geschichte hat das US-Schatzamt immer willige Käufer für seine Schulden gefunden. Aber seit 2008 hat China, der größte ausländische Inhaber von US-Schulden, damit begonnen, wachsende Besorgnis über das Ausmaß der Schulden, die es besitzt, zu signalisieren.

Ein am 14. Januar 2011 erschienener Artikel des Wall Street Journal legte offen, dass viele in der Finanzwelt, ausländische Regierungen eingeschlossen, sich allmählich Sorgen zu machen beginnen. Die Ratingagentur Moody’s sagte in einem Bericht Mitte Januar, dass die USA die gegenwärtige Ausweitung ihrer Schuldenlast umkehren müssten, wenn sie ihr gegenwärtiges Aaa-Rating behalten wollen.

Der Moody’s-Analyst Sarah Carlson meint dazu: „Uns ist die Tatsache zunehmend klar geworden, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer negativen Prognose, wenn es keine ausgleichenden Maßnahmen gibt, um die Verschlechterung in den negativen Fundamentalwerten in den USA umzukehren, im Laufe der nächsten zwei Jahre erhöhen wird.“ Der gleiche Artikel zitiert auch Carol Sirou, Chefin der französischen Zweigstelle der Ratingagentur Standard & Poor’s. Auf einer Pariser Konferenz sagte auch sie, dass ihre Firma eine Senkung für das US-Rating in der nahen Zukunft nicht ausschließen könne.

Amerika in der Zwickmühle

Angefeuert von einer boomenden Wirtschaft ist China jetzt, wie bereits erwähnt, der weltweit führende Inhaber US-amerikanischer Staatsanleihen bzw. Schuldverschreibungen und hat Japan in dieser Hinsicht im September 2008 überholt. Ein Artikel in der Washington Post vom November 2008 berichtete über Pekings wachsenden Einfluss auf die amerikanische Wirtschaft. Demzufolge könnte eine Entscheidung Chinas, sich aufgrund wirtschaftlicher oder politischer Überlegungen aus US-Staatsanleihen zurückzuziehen, dazu führen, dass eine ganze Investoren-Herde diesem Beispiel folgt. Eine solche Entwicklung würde die Kosten für die Finanzierung der Neuverschuldung der USA enorm in die Höhe treiben.

Das ermöglicht den Chinesen ein bedeutendes Druckmittel gegenüber der US-Wirtschaft im Falle, dass sie dies nutzen wollen. Die New York Times berichtete Anfang 2009, dass China über Obamas Gesundheitsreform und die wachsende US-Schuldenlast besorgt sei, weil China beides so stark finanziert.

Andere Beobachter haben auf den wachsenden Einfluss Chinas auf die US-Hypothekenmärkte hingewiesen. Die zunehmende chinesische Zurückhaltung bei Investitionen in private Hypothekenpfandbriefe könnte langfristige Auswirkungen auf die Hypothekenzinsen haben, wenn die Kreditgeber gezwungen sind, selbst höhere Zinsen für Hypothekenkapital zu zahlen.

„Das ist ein Zeichen für die zunehmende gegenseitige Abhängigkeit der chinesischen und US-amerikanischen Wirtschaft, aber auch ein Zeichen für eine Beziehung, die auf lange Sicht nicht gesund ist“, sagt Eswar Prasad, Wirtschaftsprofessor an der Cornell University und ein Berater der Brookings Institution, einer Denkfabrik in Washington, D. C.

Vom größten Gläubiger zum größten Schuldner

Immer mehr Amerikanern wird allmählich bewusst, dass die anwachsende Staatsverschuldung Amerikas Realität ist – und zudem die bei Weitem höchste der Welt ist. Viele fragen sich, wie die größte Wirtschaftsmacht der Welt in diese Lage geraten konnte, denn vor nicht allzu langer Zeit war Amerika noch der größte Kreditgeber der Welt.

In der Folgezeit des Zweiten Weltkriegs waren die USA, wie sich Millionen von Menschen sicher noch erinnern können, diejenige Nation, die das weltweite Finanzsystem bei der Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank führend geleitet hat. Diese Institutionen, die gegründet wurden, um einer Welt dabei zu helfen, sich von dem Alptraum des Zweiten Weltkriegs zu erholen, trugen zum Wohlstand in Regionen bei, die durch den Krieg gedemütigt und verarmt waren.

Aber in nur etwas über zwei Jahrzehnten haben sich die Amerikaner vom „Bankier der Welt“ zur größten Schuldnernation auf Erden gewandelt. Die Finanzwelt fängt an, ihre Besorgnis zu äußern. Es wird Sie aber vielleicht erstaunen zu erfahren, dass genau diese Situation vor mehr als 3000 Jahren prophezeit worden ist!

Ob Sie es glauben oder nicht, die Bibel hat einiges über die Schuldenlage Amerikas zu sagen. 3. Mose 26 und 5. Mose 28 sind als die „Segen und Fluch“-Kapitel bekannt. Gott selbst warnt hier, dass fremde Mächte allmählich die Vorherrschaft über das Volk Israel gewinnen werden, wenn sie seine Gesetze ablehnen und ihm den Rücken kehren würden.

Das scheint auf ominöse Art im Hinblick auf die heutige Situation prophetisch zu sein, wo Amerika sich vom führenden Kreditgeber der Welt zu ihrem größten Schuldner gewandelt hat. Beachten Sie hier die Warnung: „Der Fremdling … wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen können“ (5. Mose 28,43-44). Es ist kein Wunder, dass sich das sehr wie die heutigen Schlagzeilen anhört, wenn man die überraschende Wahrheit entdeckt, dass die Mehrheit der Amerikaner Nachkommen der gleichen Israeliten sind, denen Gott diese Warnung gegeben hat!

Leider sind diese nationalen Probleme, wie 3. Mose 26 und 5. Mose 28 zeigen, Symptome eines noch größeren Problems – einer tiefgehenden geistlichen Krankheit. Sie plagt eine Nation, die dem Gott, der sie in früheren Jahren so sehr gesegnet hat, zunehmend den Rücken kehrt und ihn verleugnet. Die Frage, die uns alle angeht, ist: Wird die Nation rechtzeitig aufwachen und die Korrekturen vornehmen, die erforderlich sind?

Weitere Informationen über die Herkunft bzw. Zukunft der Amerikaner finden Sie in der kostenlosen Broschüre Amerika und Großbritannien: Was sagt die Bibel über ihre Zukunft?, die Sie bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei herunterladen können.

Wer wir sind

Dieses E-Book wird von der Redaktion der Zeitschrift Gute Nachrichten als kostenloser Bildungsdienst angeboten. Unser Auftrag ist es, das vergessene Evangelium Jesu Christi, das Evangelium vom kommenden Reich Gottes, zu verkündigen. Wir möchten die Menschen auf die Lehren und Glaubenspraktiken hinweisen, die Jesus Christus, seinen Aposteln und den ersten Christen bekannt waren und die im abgewandelten Christenum unserer Zeit in Vergessenheit geraten sind.

Deshalb versuchen wir, das Verständnis und den Lebensweg des neutestamentlichen Christentums, wie es von Jesus, seinen Aposteln und der damaligen Gemeinde gelebt worden ist, den Menschen nahezubringen. Zu diesem Zweck bieten wir diverse Broschüren kostenlos an. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Publikationen wie z. B. unseren Fernlehrgang zum besseren Verständnis der Bibel bestellen. Benutzen Sie bitte dafür unser Bestellformular im Internet.


Gute Nachrichten Mai-Juni 2011

  • Author: Gute Nachrichten
  • Published: 2016-12-16 23:50:08
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